zur Startseite

  Tradingeducators USA
 Kontakt   Sitemap

         
  Bericht über Joe Ross aus "Börsenforum aktuell 2000/01", Börsenforum Konstanz

Börsenforum aktuell 2000/01 - Joe Ross

Trader Urgestein Joe Ross wird vorgestellt von Domonik Anke


Joe Ross
Bild: Ross Trading Deutschland

Ja, man handelt Derivate auch in Missouri....

Je kürzer der Zeithorizont eines Spekulanten sei, desto früher erfolge sein Ausstieg aus dem Markt, ist ein gerne zitierter Satz unter Börsianern. Ob das nun auf die gesundheitliche oder die finanzielle Situation des Traders anspielen mag, bei Joe Ross trifft beides nicht zu. Der 65 Jährige ist so etwas wie ein "Trader-Urgestein", dessen Tradition bis in das Jahr 1889 zurückreicht.

Der Grundstein der Ross’schen Händlerdynastie wurde damals gelegt, als die Getreidehändler Goodman - die Eltern seiner Mutter -, begannen, ihre Lieferungen an den Warenterminbörsen abzusichern. Die gewonnenen Erfahrungen kamen ihnen im Jahre 1915 zugute, als die Goodmans in die Stoffproduktion einstiegen und einen Sitz an der Cotton-Exchange New York erwarben. Großen Wohlstand erlangte die Familie, als sie zu Zeiten des Ersten Weltkriegs einen Auftrag erhielten, amerikanische Flaggen zu nähen. In ihrem Risikobewusstsein diversifizierten sie den erworbenen Reichtum und spezialisierten sich kurz vor der Weltwirtschaftskrise auf Immobilien. Mag dies Zufall oder Vorsicht gewesen sein, es war jedoch der Grund dafür, dass die Goodmans die Große Depression fast unbeschadet überstanden.

So wurden dem 1935 in New York geborenen Joe Ross rund 50 Jahre Tradingerfahrung mit in die Wiege gelegt. Mit 23 ging er zu seinem Großonkel in die Lehre, der ihm die notwendige Disziplin und Handelstechniken beibrachte.

"Handle, was Du siehst -- nicht, was Du denkst...!"

Ein Grund, weshalb sich Joe Ross Mitte der Siebziger Jahre von Kalifornien in beschauliche Missouri zurückzog war zum einen die Überzeugung, dass man Derivate von überall aus handeln könne, zum anderen suchte Ross stets die nötige Distanz vom Tollhaus Börse. Ihn interessieren nicht die Meinungen anderer, er handelt (siehe Interview) streng visuell: Das, was auf dem Chart zu sehen ist, sei für ihn die Wahrheit, "Geräusche" von außerhalb trügen nur zu Verwirrungen bei.

Ross orientiert sich alleine an der Charttechnik. Da er mit dem Trading für den Lebensunterhalt seiner Familie sorgen muss, ist die Risikoabsicherung und ein sinnvolles Geldmanagement für ihn von höchster Bedeutung. Das Trading müsse man eben wie ein normales Geschäft betreiben, so Ross. Hierzu gehöre auch die kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Handelsmethoden und seiner eigenen Persönlichkeit. So begann Ross z.B. erst im letzten Drittel seiner Handelskarriere mit dem Optionshandel.

Vom Trader zum Lehrmeister

Joe Ross lag bereits auf dem Sterbebett, als er sich dazu entschloss, seine Tradingerfahrung der Nachwelt zu erhalten. Zunächst dachte er hierbei an seine Familie, der er die notwendigen Werkzeuge an die Hand geben wollte, um die lange Tradition der Ross’schen Traderdynastie fortzusetzen.

Aber glücklicherweise wurde Joe wieder gesund, und er hatte dazu auch noch den Spaß am Schreiben entdeckt. Im Jahre 1990 legte er mit "Trading by the Book" (auf deutsch "Futures-Trading, Positionsgeschäfte and den Futuresmärkten") sein erstes Werk vor, das mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Das in Deutschland bereits in der 7. Auflage erschienene Werk enthält auf rund 400 Din-A 4 Seiten ein komplettes Trading-Handbuch.

In den darauffolgenden Jahren veröffentlichte Joe regelmäßig neue Bücher, so dass mittlerweile zwei Serien von ihm vorliegen: eine über das Trading mit Derivaten, die andere über Aktien-Trading. Die erstere soll in dieser Ausgabe vorgestellt werden.

Nicht nur äußerlich unterscheiden sich die Bücher von Joe Ross von "gewöhnlichen" Finanzbüchern, was eine kritische Auseinandersetzung mit den Werken erfordert. Jedes seiner Werke stellt einen in sich geschlossenen Lehrgang dar, in dem er den lernwilligen Trader an der Hand führt und ihm genau die Methoden aufzeigt, die ihm zu seinem Erfolg verholfen haben.

Hierbei dominiert der "Ich-Stil", wofür er sich sogar ausdrücklich entschuldigt und dies damit begründet, dass er eben das schreibe, was er selbst erlebt habe. Dies sei gerechtfertigt, denn schließlich ist Joe der Lehrer des Leser und zukünftigen Traders. Kritisch angemerkt sei, dass Joe gerne anpreiserisch in Superlativen redet, was angesichts seiner nachweisbaren Erfolge nicht nötig wäre, denn die Bücher überzeugen allein aufgrund ihres Inhalts. Nicht zu übergehen ist auch der Preis von ca. DM 350.- pro Buch. Ob das zu viel ist oder angemessen sein mag, sei dem Leser selbst überlassen. An der Qualität der Bücher ändert dies nichts, denn für den Preis erhält man über 40 Jahre Tradererfahrung. Für Studenten stellen sich die Bücher allerdings als nahezu unerschwinglich dar.

Joe Ross ist kein Akademiker, obwohl er einen Bachelor der University of California hält, er ist Trader. Kein Investor, kein Analyst, kein Theoretiker - Joe schreibt allein über das Geldverdienen in den Märkten, das durch die konsequente Umsetzung der aufgezeigten Strategien erreicht werden soll. Stets betont er hierbei, dass nur wirklich harte Arbeit und sehr viel Disziplin zu Ziel führen könnten und auch seine Bücher kein Rezept zu schnellem Reichtum enthalten (das es ja ohnehin nicht gibt...).

The Dean of the University

Im Januar 2000 zog sich Joe aus dem aktiven Trading zurück, um sich fortan auf seine Lehrtätigkeit konzentrieren zu können. Er gründete unter www.tradingeducators.com eine virtuelle Ausbildungsstätte für Trader, die er seiner überzeugten Art entsprechend "Traders University" nennt. Den letzten Trade in seiner aktiven Laufbahn machte er übrigens auf einem Berggipfel in Südafrika mit Laptop und Handy mit Solarzellenbetrieb - als ultimativer Beweis dafür, dass man wirklich von überall aus handeln könne, nicht nur aus Missouri.


Literatur von Joe Ross

Futures Trading - Positionsgeschäfte an den Futuresbörsen
(Ross Trading Deutschland GmbH, 1997, 391S.)

Die Versuchung ist groß, beim ersten Buch von Joe Ross mit dem letzten der sechs Teile zu beginnen, in dem er ein ganzes Jahr seiner eigenen Tradingerfahrung preisgibt. Er erklärt seinen Lesern die "Geschichte" seiner Trades - von der Auswahl des Brokers über die richtige Orderplatzierung, bis hin zu psychologischen Aspekten und den typischen Eigenschaften der verschiedenen Märkte. Absoluter Höhepunkt sind die fast 80 Seiten "Live-Kommentierung", in denen Ross jeden einzelnen Trade eines Jahres erklärt.

Doch auch die ersten fünf Teile sind nicht zu vernachlässigen: Das Buch beginnt mit der kritischen Feststellung: "Um zu lernen müssen Sie wollen, dass man Sie unterrichtet." Ross geht davon aus, dass seine Leser bereit sind und beschreibt akribisch die "Anatomie der Märkte", wie er sie in seiner langen Zeit als aktiver Trader erfahren hat. Er beschreibt die einzelnen Phasen, die ein Markt im Laufe der Zeit immer wieder durchmacht und liefert die dazu passenden Strategien für Positionsgeschäfte. Nach 270 Seiten weiß der lernwillige Leser wie man sich in tendierenden oder in Seitwärtsmärkten verhält, wie man den richtigen Einstieg - und wichtiger noch - den richtigen Ausstieg findet. Nebenbei lässt Ross keine Gelegenheit aus, seinen "Schülern" Tipps aus der Praxis zu geben.

Daytrading – Tagesgeschäfte an den Futuresbörsen
(Ross Trading Deutschland, 1996, 362 S.)

In seinem zweiten Buch konzentriert sich Joe Ross vollständig auf das Daytrading als Ergänzung zu den Positionsgeschäften in seinem ersten Werk. Auch hier setzt Ross auf Authenzität und bringt ausschließlich Handelsbeispiele von Trades, die er auch reell durchgeführt hatte. Er betont gleich zu Anfang, dass der kluge Trader derjenige sei, der nicht blind eine Methodik kopiere, sondern das erworbene Wissen in seinen eigenen Handelsstil integriert.

"Daytrading" enthält Wissen auf 360 Seiten, wobei der klare Schwerpunkt auf der Technik liegt: Der im Vergleich zu den Positionsgeschäften wesentlich kürzere Zeitrahmen des Daytrading mache eine Mechanisierung der Tradeauswahl und –durchführung unausweichlich, so Ross.

Im kürzeren ersten Teil vermittelt Ross auf ca. 140 Seiten die Grundlagen des Daytrading. Er erklärt, wie man geeignete Märkte findet, den Zeithorizont festlegt und den Einstieg vorbereitet, wobei er je nach Priorität zwischen großen, mittleren und kleinen Einstiegssignalen unterscheidet. Außerdem geht er u.a. auf die Absicherung über Stoppkurse zur Verlustvermeidung und zur Gewinnsicherung ein, erläutert Strategien zu Risiko- und Moneymanagement und rundet den ersten Teil mit Hilfestellungen zur praktischen Durchführung des Daytrading ab.

Der zweite Teil befasst sich ausführlich mit technischen Handelsstrategien, die Ross nach deren unterschiedlichen Zeiträumen unterteilt hat. Schwerpunkt bilden die Kapitel über das Trading mit 60-Minuten Charts und das Trading des S&P-Future. Letzteres vergleicht Ross mit einem Griff in einen Schlangenkorb, weil der S&P so schnell, volatil und überraschend sei. Abschließend widmet sich Ross den technischen Feinheiten und Vertiefungen und stellt zahlreiche Handelsmethoden vor. Er schließt den Schulterschluss zu seinem ersten Buch, indem er im Rahmen der Handelsstrategien darauf eingeht, unter welchen Voraussetzungen aus einem Tagesgeschäft ein Positionsgeschäft werden kann.

Trading ist ein Geschäft
(Ross Trading Deutschland, 1998, 301 S.)

Das von Ross als sein wichtigstes Werk charakterisierte Buch beginnt mit einer Warnung: Es sei ein ungemütliches Buch, weil es die eigene Persönlichkeit des Traders gehe. Ross sieht das Trading als ein "Geschäft", das man folglich auch als solches betreiben müsse. Weil man sich aber aufgrund seiner psychischen Ausprägung beim Handeln zumeist selbst im Weg stehe, sei das Training der eigenen Person, der entsprechendenden Charaktereigenschaften und Geisteshaltung der wichtigste Schritt auf dem Weg zur geforderten Professionalität.

Das Buch gliedert sich in die beiden Teile "Management" und "Trading". Der erste Teil "Management" soll der Tatsache entgegenwirken, dass die meisten Trader erstaunlich schlecht auf ihr Geschäft, das Geldverdienen in den Märkten, vorbereitet seien: So geht es primär darum, sich selbst zu "professionalisieren", d.h. Fehler zu vermeiden, seine Erwartungshaltung zurechtzurücken, den Charakter zu stärken und gewisse Grundregeln für das profitable Trading in den Märkten zu beherrschen.

Mit den notwendigen Geschäftsstrategien ausgestattet kümmert sich Ross im zweiten Teil "Trading" darum, dass der Trader in den Märkten auch Geld verdient. Dies sei angesichts der Statistik, dass 80% der Marktteilnehmer bei ihrem Einstieg zwar richtig lägen, aber dennoch unterm Strich kein Geld verdienten, nicht selbstverständlich. Ross erläutert demnach verschiedene Methoden zur Gewinnrealisierung, Tradeauswahl und Auftragserteilung. Hier wiederholt er Strecken seiner ersten beiden Bücher, was aber dadurch gerechtfertigt sei, dass jedes Buch in sich geschlossen sein sollte.

Nach 300 Seiten entlässt Ross den Leser mit der Erkenntnis, dass das wirkliche Problem in den Märkten nur er selber sei. Dies gelte es mit vorliegendem Buch als erstes zu lösen.

Chartformation Ross-Haken
(Ross Trading Deutschland, 1997, 319 S.)

Der Untertitel deutet es bereits an: Das vierte Buch von Joe Ross ist nichts für Einsteiger. Auf über 300 Seiten wird dem Leser der komplette Handelsansatz einer Chartformation nahegebracht, die sich der Autor selbst gewidmet hat: den Ross-Haken. Ausgehend von der 1-2-3 Formation erläutert Ross die "Entdeckung" seines Hakens. Wenn auch der Vergleich zu Kolumbus und der Entdeckung Amerikas ("beides war schon immer da") zum Schmunzeln verleitet, so überzeugt doch die detaillierte Darstellung des Konzepts.

Der Ross-Haken ist eine trendbestätigende Chartformation, die in verschieden ausgeprägten Variationen auftreten kann (Umkehr-Ross-Haken, Doppelhoch-Rosshaken, etc.) und markiert Zwischenhochs oder Zwischenkorrekturen, die als Einstiegssignale dienen können. Da der Ross-Haken jedoch einen etablierten Trend voraussetzt, ist die wichtigste Voraussetzung zunächst, dass man einen intakten Trend identifizieren kann. Deshalb verwendet Ross einen Teil des Buches darauf, wie man verlässlich Trends, Konsolidierungen und Umkehrformationen identifiziert und die Haken darauf anwendet. Um sich besser positionieren zu können, stellt Ross das "antizipatorische Trading" vor und erklärt den "Trick des Traders", nämlich das clevere Setzen von Kaufstopps mit einer unterschiedlichen Anzahl von Kontrakten.

Den Stopps widmet Ross zusätzlich ein Extrakapitel, bevor er in der zweiten Hälfte des Buches ausführlich auf Handels- und Filterstrategien mit dem Ross-Haken (meist in Kombination mit bewährten Indikatoren) vorstellt. Am Ende wird dem Leser in bewährter Ross-Manier nahegelegt, was er besser nicht tun sollte und somit stellt sich das Buch als in sich stimmiges Handelsseminar dar, das auch keine Detailfrage auslässt.

Trading mit Optionen und Futures
(Ross Trading Deutschland, 1998, 403 S.)

Schon mal was von "Optures" und "Futions" gehört? Wie schon die ersten vier Bücher ist auch das fünfte Ross-Buch kein gewöhnliches. Dies wird bereits im ersten Teil klar, in dem Ross die Funktionsweise von Optionen erklärt. Seine Ausführungen sind bildlich und aus der Sicht des Traders nicht des Optionstheoretikers. Gleich anschließend gibt es dann einen Crashkurs über die Charttechnik, die sich laut Ross auch auf Optionen anwenden lässt. Das Buch ist allerdings nicht für Anfänger gedacht, sondern setzt erste Erfahrungen mit Derivaten und der Charttechnik, vor allem den von Ross in seinen ersten Büchern vorgestellten Konzepten, voraus.

Der zweite Teil widmet sich in drei Abschnitten der Entwicklung von Handelsstrategien mit Optionen und Futures. Im ersten Abschnitt erklärt Ross, wie man in Seitwärtsmärkten agiert, wie man Ausbrüche handelt und in einem bestehenden Trend mit trendfolgenden Methoden handelt. Im zweiten Abschnitt weist Ross dem Leser den Weg zur erfolgreichen Anwendung von bewährten Optionsstrategien, wie Spreads, Ratios, Butterflies, Strangles oder Straddles. Und im dritten Abschnitt geht er wie üblich auf die Dinge ein, die man laut Ross in anderen Büchern nicht findet oder, die einem so nicht gesagt werden: praktische Erläuterungen zum Trade-Managements, sowie optionsspezifische Kniffe, z.B. den zeitverschobenen Aufbau von Spreads. Im Anhang schließlich bringt Ross praktische Erläuterungen zu Optionsmodellen und Tradingübungen mit Lösungen.

Ach ja, eine "Opture" ist eine Optionsstrategie, die auf dem Chartmuster des zugrundeliegenden Futures basiert und eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit verspricht, eine "Fution" kombiniert Strategien von Optionen und Futures.

 


 Telefon: 06146-7204      Mobil: 0173-3035322     service@ross-trading.de

© Ross Trading GmbH 1998-2010, Titel, Inhalt und Layout sind urheberrechtlich geschützt.
Ross®-Trading, Ross®-Methode, Ross®-Technik und Ross®-Haken sind eingetragene Markenzeichen.