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Aus: "Börse Now" (August 2001)

Der DAX-Index, analysiert nach der Ross-Methode

Zum Zeitpunkt der Niederschrift (3. August 2001) notiert der Xetra-DAX-Index bei 5770 Punkten.Für die langfristige Analyse des DAX-Index sehen wir uns zuerst den Halbjahreschart an (Bild 1). Dieser Chart dient der sehr langfristigen Orientierung. In dem Chart zeigt jeder Kursstab die Kursbewegung eines halben Jahres. Wir sehen hier den langfristigen Aufwärtstrend, der sich Anfang der 1990er Jahre aus einem 1-2-3-Tief entwickelte. Der Punkt 2 des 1-2-3-Tiefs (bei 1815 Punkten) wurde im zweiten Halbjahr 1993 nach oben durchbrochen, wodurch ein langfristiges Kaufsignal generiert wurde. Es kam dann (Ende 1993/Anfang 1994) zu einem ersten Korrekturhoch (RH=Ross-Haken) bei 2285 Punkten. Darauf folgte eine Korrekturphase von etwa 18 Monaten, deren Tiefpunkt bei 1892 Punkten lag (URH=Umkehr-Ross-Haken). In der folgenden Aufwärtsbewegung wurde Anfang 1996 der Ross-Haken bei 2285 Punkten nach oben durchbrochen, wodurch der langfristige Aufwärtstrend bestätigt und ein erneutes Kaufsignal generiert wurde. In den folgenden Semestern (bis zum Spätsommer 1998) entwickelte sich die kräftigste Phase des Bullenmarktes der 90er Jahre. Das Hoch bei 6225 Punkten hinterließ erneut einen Ross-Haken, da es der Markt im ersten Halbjahr 1999 nicht schaffte, ein neues Hoch im Vergleich zum Vorhalbjahr zu erreichen. Doch schon ein halbes Jahr später konnte der DAX-Index dann auch diesen Ross-Haken nach oben durchbrechen, wodurch der langfristige Aufwärtstrend erneut Bestätigung erhielt und ein weiteres Kaufsignal geschaffen wurde. Der Markt stieg dann schnell weiter bis zu dem Allzeithoch bei 8136 Punkten und hinterließ hier einen dritten Ross-Haken. Seitdem haben sich zwei Korrekturstäbe entwickelt, und der dritte Korrekturstab, der am 2.Juli dieses Jahres begann, zeigt sich im Moment noch als Innenstab (d.h. das Hoch und Tief des letzten Stabes befinden sich in der Kursspanne des Vorstabes).

 

 


Bild 1: Halbjahreschart des DAX-Index

 

Fazit: Die Analyse des Halbjahrescharts zeigt, das der langfristige Aufwärtstrend noch intakt ist. Der Markt befindet sich aber in einer Korrekturphase, wobei der DAX-Index im Extremfall Korrekturpotential bis in den Bereich des URH bei 3823 Punkten hat. In diesem Kursbereich befindet sich aktuell auch der gleitende Durchschnitt der letzten zwanzig Halbjahresschlusskurse, der dort als Stützung für die Kurse dienen kann. Von einer Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends kann zur Zeit erst dann ausgegangen werden, wenn das Kurshoch des ersten Halbjahres 2001 bei 6796 Punkten nach oben durchbrochen wird.Werfen wir nun einen Blick auf den Monatschart des DAX-Index (Bild 2). Wir erkennen hier, das sich der Markt in einem etablierten Abwärtstrend befindet. Ausgehend von dem Allzeithoch bei 8136 Punkten hat sich der DAX-Index in den vergangenen 19 Monaten abwärts bewegt. Diese Kursschwäche wurde eingeleitet durch ein 1-2-3-Hoch. Das Verkaufssignal vom Monatschart kam, als im September 2000 der Punkt 2 des 1-2-3-Hochs bei 6794 Punkte nach unten durchbrochen wurde. In der folgenden Abwärtsbewegung wurden dann auch zwei Ross-Haken unterschritten, wodurch der Abwärtstrend bestätigt und erneut Verkaufssignale generiert wurden. Der DAX-Index erreichte dann im März 2001 in einem ersten Ausverkauf im Bereich von 5352 Punkten das untere Bollinger-Band. Dort befindet sich ein dritter Ross-Haken. Sollte dieser unterschritten werden, so ist das als ein erneutes Verkaufssignal und Bestätigung für den Abwärtstrend zu werten.


Bild 2: Der Dax-Index, dargestellt als Monatschart

Es besteht nun die Möglichkeit auf ein potentielles 1-2-3-Tief (mit Klammern gekennzeichnet). Sollte das Maihoch bei 6338 Punkten (Punkt 2) nach oben durchbrochen werden, dann kann davon ausgegangen werden, das der Bärenmarkt vorüber ist. Negativ zu werten ist aber, das wir uns in einem etablierten Abwärtstrend befinden, wodurch die Wahrscheinlichkeit größer ist, das der Ross-Haken bei 5352 Punkten unterschritten wird, als das es zu einer Trendumkehr kommt, und der Punkt 2 des potentiellen 1-2-3-Tiefs nach oben durchbrochen wird. Auch das Bollinger-Band spricht für tendenziell weiter fallende Kurse, da sich die Kurse unterhalb des gleitenden Durchschnitts bewegen und das untere Bollinger-Band nach unten abkippt, was oftmals eine Indikation für die folgende Kursbewegung ist.

Fazit: Zur Zeit ist davon auszugehen, das sich der langfristige Abwärtstrend beim DAX-Index fortsetzen wird. Erneute Verkaufssignale gibt es dann, wenn das Julitief bei 5551 Punkten und das Märztief bei 5351 Punkten unterschritten werden. Mittelfristig besteht die Möglichkeit auf eine Seitwärtsbewegung im Bereich von 5351 und 6338 Punkten. Ein langfristiges Kaufsignal wird erst dann gegeben, wenn das Maihoch bei 6338 überschritten wird.

Literatur zur Ross-Trading-Methode für Aktien-Trader und CFD-Trader

Literatur zur Ross-Trading-Methode für Futures-Trader

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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