![]() Der wöchentliche Joe Ross' Chart Scan Newsletter ist ein kostenloser Service der Firma Ross Trading GmbH. Für weitere Informationen zu unseren Produkten und Dienstleistungen besuchen Sie bitte unsere Webseite: http://www.ross-trading.de Newsletter abonnieren / Archiv Das gesamte Team der Ross Trading GmbH und TradingEducators in den USA wünscht Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch in das Jahr 2007, beste Gesundheit und viel Erfolg bei Ihren Börsengeschäften! Ausgabe 39/2006 Liebe Leser, Willkommen zu dieser Ausgabe des Chart Scan™ Newsletter von Joe Ross. Wir zeigen Ihnen jede Woche ein Beispiel, wie man das Gesetz der Charts™ auf die gegenwärtige Marktsituation in den Futures- oder Aktienmärkten anwendet. Das Gesetz der Charts™ von Joe Ross ist ein einfaches Tradingkonzept, das in jedem Markt und Zeitrahmen funktioniert. Es ist auf Kursstäbe, Candlestick-Charts, Liniencharts (die für Spreads verwendet werden) und Point-und-Figure-Charts anwendbar. Zum Gesetz der Charts gehört der Traders Trick Einstieg (TTE). Ich bin erst kürzlich aus Brasilien und Uruguay zurückgekehrt, wo ich Trader unterrichtet habe. Ich habe ein Seminar in Sao Paulo gegeben und mich an Trader an der Aktienbörse in Montevideo gerichtet. Auch in Montevideo habe ich Seminare gegeben. In Rio hatte ich es mit 40 professionellen Tradern zu tun, mit denen ich das Frage-Antwort-Prinzip praktizierte. Während der Zeit, die ich in Lateinamerika verbrachte, habe ich an Fernseh- und Zeitungsinterviews teilgenommen. Immer mehr Menschen auf der Welt traden. Es gab eine Zeit, in der dies hauptsächlich in den USA stattfand, aber inzwischen werden überall Börsen gegründet, so daß private Trader wie Sie in den meisten Kontinenten immer zahlreicher werden. Diese Trader haben die gleichen Schwierigkeiten und stellen die gleichen Fragen wie die Amerikaner und Europäer. Wir haben alle vieles miteinander gemeinsam. In dieser Chart-Scan-Ausgabe möchte ich die Absicherung von Devisengeschäften ansprechen. Da der US-Dollar derzeit eher fällt, muß sich ein Trader vor dem Verlust seiner Kaufkraft schützen. Im Jahr 2006 hat der US-Dollar 13% an den Euro abgegeben und ist allein im November 3% gefallen. Wie Sie auf dem Chart sehen können, hat der US-Dollar eine kurze Rallye vollzogen, was wahrscheinlich auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen war, aber der vorherrschende Trend geht nach unten. Es gibt viele Möglichkeiten, sich gegen die Dollarabwertung abzusichern. aber ich werde nur auf eine Art eingehen, von der ich glaube, daß sie für die meisten Trader einfach zu handhaben ist: Sie sollten in Erwägung ziehen, Ihr Tradingkonto in einer anderen Währung anzulegen. Sie können den Euro, das Britische Pfund oder den Schweizer Franken oder auch eine andere Währung verwenden. Dazu müssen Sie normalerweise einfach Ihren Broker informieren, um ihm mitzuteilen, daß Sie die Grundlage Ihres Marginkontos ändern wollen. Diese Änderung könnte eine Transaktion erforderlich machen, bei der Sie Dollars verkaufen und die Währung kaufen, für die Sie sich als Grundlage Ihres Kontos entschieden haben. Ihre diesbezügliche Entscheidung sollte unabhängig davon sein, was Sie traden. Am Ende jeder Handelssitzung werden Ihre Trades in Ihre Basiswährung übertragen, und zwar auch dann, wenn diese in einem vom Dollar dominierten Markt stattfinden. Wenn Ihre Einschätzung langfristig auf einen fallenden Dollar ausgerichtet ist, dann nehmen Sie die Übertragung vor und richten sich darauf aus.
Joe Ross spricht... Weisheiten eines alten Traders Können wir den Berichten vertrauen, die von der Regierung herausgegeben werden? Können wir sie für unser Trading verwenden? Da ich mich nicht in erster Linie als fundamental orientierten Trader bezeichne, halte ich mich meist lieber von den Statistiken, die von der Regierung veröffentlicht werden, fern. Für mich sind diese nur von geringem Wert. Soviel ich weiß, sind sie voller Fehler. Ich möchte es Ihnen erklären: Was stimmt denn an den herkömmlichen Statistiken nicht? Sie messen nicht das, was wirklich in der Wirtschaft vor sich geht, weil die entsprechenden Größen, die heute herangezogen werden, überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmen. Es ist praktisch unmöglich, etwas zu erfassen, was nicht in der Statistik enthalten ist, so daß die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für die Wirtschaft praktisch unbrauchbar sind. Wir wollen uns einmal anschauen, um welche Messwerte es sich dabei handelt. Die Ausrichtung auf Dienstleister Da bei einigen Volkswirtschaften mehr der Dienstleistungssektor als die Produktion im Vordergrund steht, wird es immer schwieriger, die Ergebnisse einzuschätzen. Wenn ein Land in erster Linie auf die Produktion von Gütern ausgerichtet ist, ist es recht einfach, die Arbeitsleistung beispielsweise in Tonnen von Stahl, die produziert wurden, durch die Autos, die hergestellt wurden, die Autobahnstrecken, die gebaut wurden, wie viele "board feet" Holz (das Volumen von Holz wird in den USA und Kanada in "board feet" gemessen) verschifft wurden usw. Aber wie erfassen Sie eine bestimmte Quantität an Informationen, die ein Dienstleister zur Verfügung stellt? Wie messen Sie die Leistung einer Ideenschmiede oder Denkfabrik? Wie messen Sie die Arbeitsleistung eines Steuerberaters, einer Rechtsabteilung, einer Bank, eines Finanzberaters oder etwa eines Traders von Futures, Optionen oder Aktien? Kann man bei einem Trader von einer Arbeitsleistung sprechen? Würden Sie die Leistung eines Traders aufgrund der Round-Turns (Trade von der Eröfnung bis zur Auflösung) messen, die er zu verzeichnen hat? Und wie sieht es aus, wenn der Trader Verluste macht? Produziert ein Trader Güter oder Dienstleistungen? Technische Fortschritte Neue technologische Errungenschaften, die zur Verbesserung der Qualität oder Quantität führen oder beides verbessern, machen es äußerst schwierig, den Ertrag der Arbeitsleistung zu messen. Ich werde Ihnen ein Beispiel geben, damit Sie verstehen können, was ich meine: Vor vierzig Jahren beschäftigte das Ford-Automobilwerk in ihrer Fabrik in der Randzone von Kansas City (Missouri) 600 Männer. Nachdem die Fertigung automatisiert worden war, wurde die Werksanlage nur noch von 6 Männern bedient. Was war mit den 594 Stellen geschehen? Sie wurden durch Roboter übernommen. Der Einsatz von Robotern hatte einen kürzeren und besseren Produktzyklus zur Folge. Einer meiner Freunde war einer dieser 6 Männer, die in dieser Fabrik gearbeitet haben, wobei diese nur herumsaßen, ohne etwas zu tun. Das ist eine langweilige Angelegenheit. Er nahm sich ein Laptop mit zur Arbeit, um sich mit Spielen abzulenken. Aber er mußte anwesend sein, falls einer der Roboter ausfiel. Die Frage lautet: Wie kann man diese Arbeitsleistung messen? Als ich geboren wurde, war es üblich, daß Frauen nach der Geburt eines Kindes zehn Tage im Krankenhaus blieben. Heute schickt man die Frauen schon nach einem oder nach zwei Tagen wieder nach Hause. Dies würde ich als Fortschritt bezeichnen und zwar sowohl in technologischer Hinsicht als auch in Bezug auf Wissen, nicht wahr? Wenn sich jedoch ein Statistiker mit diesen Zahlen in Form der Bettenbelegung beschäftigt, würde er einen Rückschritt darin sehen. Ein anderer Freund von mir betreibt einen Paketzustellungsdienst. Durch den Einsatz eines Computers konnte er das Verkehrsaufkommen der Lieferstrecken zu unterschiedlichen Tageszeiten analysieren, so daß seine Firma in der Lage war, die Anzahl der Lieferungen zu erhöhen und gleichzeitig die Anzahl der für diese Lieferungen erforderlichen Lieferfahrzeuge und Fahrer zu reduzieren. Dies kann man als großen Fortschritt bezeichnen. So wurde mein Freund mit Sicherheit zu einem reicheren und erfolgreicheren Geschäftsmann. Aber wenn man die Produktivität seines Unternehmens an den gefahrenen Kilometern messen würde, dann wäre ein Rückgang zu verzeichnen, da er weniger Lieferfahrzeuge benötigt, was wiederum zur Folge hat, daß weniger Autos verkauft werden und infolgedessen auch weniger Stahl produziert wird. Verstehen Sie, worum es geht? Wir haben es mit einem Problem zu tun, für das es keine Lösung gibt. Unser Konzept von der Arbeitseinheit stimmt nicht mehr, und das wird auch so bleiben. Technologische Fortschritte sind zunehmend schwieriger zu erfassen, insbeondere dann, wenn sie zu einer raschen Verbesserung der Qualität führen. Aufgrund der Schwierigkeit, die tatsächliche Leistung zu messen, können unsere Statistiken nicht mehr wiedergeben, was sich tatsächlich in der Wirtschaft ereignet. Ein weiteres Problem, das aufgrund technischer Fortschritte entsteht, besteht in der Flut neuer Produkte und Dienstleistungen, die angeboten werden. Viele heutige Stellen gab es vor einigen Jahren noch nicht. Dies gilt auch für die Produkte und die Dienstleistungen, die zu diesen neuen Stellen geführt haben. Wenn Sie ein Trader sind, haben Sie wahrscheinlich direkte Erfahrungen mit veralteter Technologie gemacht. Der Computer, den Sie für Ihr Trading gekauft haben, ist schon an dem Tag veraltet, an dem sie ihn gekauft haben. In einem Jahr wird auch die Trading-Software, die Sie jetzt benutzen, veraltet sein. Wußten Sie, daß die durchschnittliche Lebensdauer eines Computers inszwischen weniger als 12 Monate beträgt? Und dies trifft auch für die meisten Geräte der Konsumelektronik zu. 30% der Käufe beziehen sich auf Produkte, die es vor einem Jahr noch nicht gegeben hat. Vor Jahren hatte ich vor, mir eine Kamera zu kaufen. Aber als ich sie dann hatte, war sie bereits veraltet. Die Firma hatte ein neues Modell herausgebracht, das mehr Möglichkeiten bot als das Modell, das ich gerade gekauft hatte. Das war sehr ärgerlich und frustrierte mich erheblich. Aber noch schlimmer war, daß dadurch eine Begierde in mir geweckt wurde (die übrigens den gleichen Urprung hat wie die Gier). Dies hatte zur Folge, daß ich mir mindestens einmal pro Jahr eine neue Kamera kaufen wollte. Der einzige Ausweg bestand darin, überhaupt keine Kamera mehr zu besitzen. Ich frage mich, wie sich dies auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken würde. Mit der Software ist es heutzutage ebenso. In den letzten vier Jahren mußte ich zwei ganz neue Betriebssysteme erlernen. In wenigen Jahren mußte ich lernen, mit drei verschiedenen Word-Versionen umzugehen. Kann man das Fortschritt nennen? Natürlich sehen die Microsoftprodukte heute besser aus, aber das hat mich auch sehr viel meiner wertvollen Zeit gekostet. Das Buch "Trading mit Optionen und Futures" konnte ich in nur neun Monaten fertigstellen, aber ich habe 1 bis 1 1/2 Jahre benötigt, den Umgang mit einer neuen Word-Version und mit einem neuen Betriebssystem zu erlernen, um dieses Buch zustande zu bringen. Warum? Weil ich gleichzeitig eine neue Word-Version und ein neues Betriebssystem gebraucht habe, um das Buch zu produzieren. Sowohl die besagte Word-Version als auch das Betriebssystem sind inzwischen längst veraltet. Lohnen sich die Kämpfe und Mühen, die mit einer neuen Software verbunden sind? Mein Mitarbeiter und ich haben unzählige Stunden damit verbracht, Word von Microsoft an ein Format anzupassen, mit dem wir leben können. Wie mißt man all die Zeit und das Geld, die aufgrund der vielen Umstellungen verschwendet wurden, die wir vornehmen mußten, weil wir nicht ohne Computer auskommen? Viele Leute haben mich gefragt, warum die vielen Milliarden von Dollars, die für Computer ausgegeben wurden, die Produktivität und die Entwicklung nicht so steigern konnten, wie man geglaubt hatte. Weiß jemand die Antwort auf diese Frage? Virtueller Raum Den Messwert, dem wir uns nun zuwenden, ist wohl der schwierigste von allen. Wie können Sie die Produktivität im virtuellen Raum erfassen? Unzählige Stunden wurden schon von Arbeitern eingesetzt, die das Internet oder die vielen "Intranets" von Firmen nutzen. Sind diese Leute produktiv oder nicht? Je aktueller die Technologie ist, die von Einzelpersonen oder Unternehmen verwendet wird, desto mehr Zeit und Energie wird beim Versuch verschwendet, den Umgang mit dieser Technologie zu erlernen. Kann man diese Zeit als produktiv bezeichnen, oder handelt es sich einfach um verlorene Zeit? Hierbei haben wir es mit immateriellen und nicht greifbaren wirtschaftlichen Faktoren zu tun. Wirtschaftsstatistiken versagen in Bezug auf die Nutzung der zahlreichen Vorteile der Informationstechnolgie kläglich, zumal sich ein großer Teil dieser Informationen auf den virtuellen Raum bezieht. Informationstechnologie kostet uns zwar Zeit und Mühe, um den Umgang mit dieser neuen Technologie zu erlernen, aber der Begriff "virtueller Raum" eröffnet mögliche Vorteile, da sie zur Verbesserung der Qualität beiträgt, der Zeitersparnis und Bequemlichkeit dient sowie dem Konsumenten Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Zumindest wird uns das eingeredet. Kann dieser Messwert erfasst werden? Wenn Sie einen Geldautomaten nutzen, sparen Sie Zeit, vermeiden das qualvolle Schlangestehen und den Ärger, den Ihnen ein Bankangestellter verursachen kann. Zeigt sich dies in irgendeiner Form im Bruttoinlandsprodukt eines Landes? Aber wie sieht es aus, wenn Sie überfallen werden, während Sie den Geldautomaten bedienen? Trägt dies zur Produktivität des Diebes bei? Ich möchte damit sagen, daß der Anstieg oder Rückgang des weltweiten Aktienmarktes zumindest teilweise damit zusammenhängen könnte, daß das Bruttoinlandsprodukt vieler Länder unterschätzt (oder überschätzt) wird und weil die Zahlen des Bruttoinlandsprodukts in zunehmendem Maße fehlerhaft sind. Im BIP wird ein wachstumsorientierter Teil der Wirtschaft ausgeklammert, der sich jeder Erfassung widersetzt. Aber es gibt noch mehr dazu zu sagen. Die Weltwirtschaft Der Handel und die Investitionsentscheidungen werden in zunehmendem Maße durch multinationale Unternehmen bestimmt. Ein Beispiel hierfür wäre die Fusion einer großen Gesellschaft für Telekommunikation eines Landes mit der eines anderen Landes. Ist das Bruttoinlandsprodukt des ersten Landes stimmig, wenn die Leistungen der Gesellschaft für das entsprechende Land hinzugerechnet werden, oder sollte das zweite Land diese Leistungen in sein Bruttoinlandsprodukt übernehmen? Werden die wirtschaftlichen Leistungen Japans korrekter erfasst, wenn die betriebliche Leistung der US-Toyota-Produktion als Teil der eigenen Wirtschaft betrachtet wird, oder sollte diese Arbeitsleistung als Teil der US-Wirtschaft betrachtet werden? Wie würden Sie die Produktivität von Firmen erfassen, die internationale Fusionen eingehen? In der letzten Zeit fanden einige Fusionen dieser Art statt. Die herkömmlichen Statistiken wurden ursprünglich geschaffen, um die Produktion von physischen Gütern zu erfassen. Aber die Betriebsleistung einiger Gesellschaften bezieht sich immer häufiger nicht mehr auf die Produktion physischer Güter. Die USA ist schnell zum Produzenten von Ideen und Informationen avanciert. Große Teile der Betriebsleistungen der wohlhabenderen Länder bestehen in Dienstleistungen. Ideen, Informationen, und Dienstleistungen sind weniger sichtbar und somit auch weniger messbar. Die Statistiker sind weit davon entfernt, die Wirklichkeit der heutigen Wirtschaft zu erfassen. Sie geben weiterhin eine Vielzahl von Zahlen heraus, die sich auf materielle Betriebsergebnisse beziehen. Sie produzieren sogar noch mehr dieser Zahlen als jemals zuvor. Aber diese Zahlen ziehen die sich rasch entwickelnden Sektoren wie die Telekommunikation, Computer-Software, den virtuellen Raum, die Gesundheitsvorsorge und den Bereich der Finanzdienstleister nicht in Betracht. Wir werden überschwemmt von einer Fülle von Fehlinformationen. Ist es also verwunderlich, daß sich Prognostiker, die sich auf diese Informationen stützen, völlig daneben lagen, was die Aktienmärkte anbelangt?
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