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Der Lehrgang für alle Trader, die Optionen handeln
und Optionen und Futures kombinieren möchten:

Joe Ross:

TRADING MIT
OPTIONEN UND FUTURES

Kombinationen, Strategien, Taktiken

 

 Inhaltsverzeichnis
Buchbesprechung

Leseprobe

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Leseprobe Kapitel 16


16.1  Strategie 1: Kauf von Calls und Puts, die am Geld liegen

Diese Art von Trade ist als Long Straddle bekannt. Er setzt voraus, daß man Optionen kauft, die am-Geld liegen. Wenn ein solcher Trade eingegangen wurde, dann kommt es häufig vor, daß sich eine der Optionen tatsächlich im-Geld befindet - soviel zu der Genauigkeit der Terminologie! Options-Trader beziehen sich auf den nahesten Basispreis, wenn sie von am-Geld sprechen, auch wenn dieser Basispreis normalerweise leicht im-Geld oder am-Geld liegt.

Wenn die Volatilität niedrig und die Optionsprämien entsprechend niedrig sind, dann macht der Kauf einer am-Geld liegenden Option Sinn. Die niedrigen Prämien müssen steigen, falls sich der Markt innerhalb eines angemessenen Zeitraums in irgendeine Richtung bewegt. Dieser Trade, wenn er mit dem richtigen Timing ausgeführt wird, ist eine Opture.

Erstaunlich ist, daß es möglich ist - wenn die Volatilität zunimmt und die Notierungsstäbe anfangen, länger zu werden -, sowohl mit den Puts als auch mit den Calls Geld zu verdienen. In der Regel setzt dies aber eine starke Zunahme der Volatilität voraus. Häufiger wird es vorkommen, daß wir mit der einen Seite unseres Straddle Geld verdienen und mit der anderen Seite sehr wenig verlieren.

Auch wenn der Markt ausbricht und anfängt zu tendieren, werden die gegenüberliegenden Optionen nicht annähernd so viel verlieren wie mit den Optionen verdient wird, die sich auf der richtigen Seite des Ausbruchs befinden. Häufig kann ich zusätzliche Optionen schreiben, um den Verlust auszugleichen, der auf einer Seite des Straddle entstand. Wenn der Markt steigt, kann ich einen Call schreiben, der einen Basispreis über meinem gekauften Call liegt. Dadurch entsteht ein vertikaler Spread, und die Einnahmen aus meinem geschriebenen Call gleichen jeden Verlust, den ich mit dem Put mache, mehr als aus.

Wenn der Markt anfängt zu tendieren, kann ich natürlich auch eine Fution schaffen, indem ich basierend auf der Tatsache, daß der Markt tendiert, eine Futuresposition eingehe. Ich greife dabei auf meine Einstiegskriterien zurück, die ich normalerweise als ein Futures-Trader benutzen würde.

Wenn ich den Eindruck gewinne, daß der Markt einen stetigen Trend aufbaut, könnte ich auch gegenüberliegende Optionen schreiben, deren Erträge mir helfen, mein Handelskonto auszustatten und meine Optures-Strategie auszubauen. In einem steigenden Markt würde ich nach jeder Korrektur Puts schreiben, sobald der Markt wieder nach oben ausbricht. In einem fallenden Markt würde ich nach jeder Korrektur Calls schreiben, sobald der Markt wieder nach unten ausbricht.

Bild 70

Im folgenden Monat waren die Optionsprämien niedrig, da die Notierungen in eine enge Konsolidierung eintraten. Dies ist eine seltene Entwicklung, die sehr für Optionskaufstrategien spricht. Am Ende des Charts können Sie sehen, daß die Futurespreise bei 2051 notierten. Wenn ich einen Put und einen Call gekauft hätte, während der Markt so eng konsolidierte, wie auf dem Chart zu sehen ist, dann müßte ich für einen am-Geld-Call und einen am-Geld-Put zusammen nur 650 $ zahlen. Der 2050er-am-Geld-Call, der in Wirklichkeit einen Cent im-Geld war, wurde für nur 33 Cents verkauft. Der 2050er-am-Geld-Put, der in Wirklichkeit zwei Cents aus-dem-Geld war, wurde für 32 Cents verkauft.

Bild 71

Wenn die Futures anfangen würden zu tendieren oder in irgendeine Richtung auszubrechen, dann würde die eine oder andere der Optionen im-Geld sein und die Prämien würden im Gleichschritt mit der steigenden Volatilität zulegen. Ließe man dann die Seite des Trades, die gegenüber der Ausbruchsrichtung der Bewegung liegt, fallen, würde ein Long-Put oder ein Long-Call mit unbegrenztem Gewinnpotential entstehen.

Die OptionVue-Analyse in Bild 71 zeigt das Gewinnpotential für einen Straddle, der bis zum Verfall der Optionen gehalten wird.

Ich habe Ihnen nicht einen Trade gezeigt, der zu dem Zeitpunkt tatsächlich gehandelt wurde. Vielmehr zeigte ich Ihnen, wie ein Markt und die dazugehörige Gewinn/Verlust-Graphik zu der Zeit aussahen, als ich in Erwägung zog, die Strategie 1 zu benutzen.

 


16.2 Strategie 2:
Schreiben von ungedeckten Calls und Puts, die aus-dem-Geld liegen

Das Trading von Optionen ist in der Regel ein Geschäft der Geduld. Die besten Options-Trader handeln nicht permanent. Das gleiche trifft auf die besten Futures-Trader zu. Statt dessen warten sie darauf, daß sich eine Gelegenheit entwickelt. Wenn sich die Notierungen in eine Konsolidierung hinein bewegen, dann habe ich es nicht eilig, in diesem Markt einen Trade durchzuführen. Ich warte in Ruhe darauf, bis alle Voraussetzungen stimmen.

Bild 72

Am Punkt A sehen Sie die Notierungslücke, die zu der Schiebezone führte. Am Punkt B schrieb ich ungedeckte Calls.

Zurückblickend wählte ich den langen Notierungsstab als den ersten Tag der Konsolidierung, da sowohl die Schlußnotierung als auch die Handelsspanne des Stabes selbst am repräsentativsten für die folgende Schiebezone waren. Meine Zählung der Schiebezone begann ich mit dem darauf folgenden Stab. Beachten Sie, daß ich den zwölften Stab nicht mitzählte, da dies ein Feiertag war.

Wenn ich eine Notierungslücke oder einen Notierungsstab mit einer langen Handelsspanne sehe, vermute ich sofort, daß eine Konsolidierung folgen könnte. Ich achte auch sorgfältig darauf, ob sich eine Schiebezone entwickelt. Nachdem sich der Markt für zehn Tage seitwärts bewegt hat, fange ich an, die Begrenzungslinien der Schiebezone zu zeichnen. Falls der Markt ein neues Hoch erreicht, passe ich die Schiebezone an das neue Hoch an. Im allgemeinen kann man davon ausgehen, daß irgendwann nach 21 bis 29 Tagen nach Beginn der Schiebezone ein neues Hoch, ein neues Tief oder beides entstehen wird. Nach meiner Erfahrung liegt der Durchschnitt bei 25 Tagen. Nachdem dieser Zeitraum vergangen ist, zeichne ich die Linien ein, die dann das Hoch und Tief der Schiebezone markieren. Man kann nur rückblickend die Wahrheit sehen - der Markt bewegt sich seitwärts. Dann fange ich an, die folgende Strategie anzuwenden. Ich warte, bis sich die Notierungen in den Bereich zwischen den inneren und äußeren Linien der Schiebezone bewegen. Wenn sich die Notierungen in den Bereich zwischen dem inneren Tief und dem Tief der Schiebezone bewegt haben und dann drehen, werde ich aus-dem-Geld liegende Puts schreiben. Ich schreibe dann Puts, die genau unter der äußeren Umschlagslinie liegen, einen Basispreis von den aktuellen Notierungen entfernt. Wenn sich die Notierungen in den Bereich zwischen dem inneren Hoch und dem Hoch der Schiebezone bewegt haben und dann drehen, werde ich aus-dem-Geld liegende Calls schreiben. Ich schreibe dann Calls, die genau über der äußeren Umschlagslinie liegen, einen Basispreis von den aktuellen Notierungen entfernt. Mir gefällt diese Art von Trade besonders dann, wenn die Restlaufzeit der gewählten Option einen Monat oder weniger beträgt. Dann werde ich nicht länger als 22 Handelstage im Risiko stehen. Während dieses Zeitraums werden die Optionsprämien zunehmend schneller abschmelzen.

Ich möchte in diesen Trade einsteigen, sobald ich von der Schiebezone überzeugt bin, da eine Fortsetzung der Konsolidierung dazu führen wird, daß die Volatilität und Optionsprämien fallen. Die Situation an den Extrema der Schiebezone begünstigt meine Strategie für das Schreiben von Optionen.

Der Umkehrstab am Tag 25 bot eine Gelegenheit für das Schreiben von Calls, die ich jedoch verpaßte. Eine handelbare Situation liegt vor, wenn ich sehe, daß sich die Notierungen aus der vorangegangenen Zone herausbewegt haben und dann drehen und wieder in die Schiebezone hinein oder in den inneren Umschlag fallen.

Der Umkehrstab am Tief der Zone, der Tag 14, bot keine handelbare Gelegenheit, denn ich hatte noch nicht das Gefühl, ausreichend Daten für die Definierung der Schiebezone vorliegen zu haben.

Der folgende Chart zeigt eine kursbereinigte Fortsetzung der Notierungen im nächsten Monat. Ich paßte diesen Chart an, damit Sie der Diskussion über diesen Markt einfacher folgen können.

Bild 73

Wie Sie auf dem Chart sehen können, hatte ich nur eine weitere Gelegenheit, um Optionen zu schreiben. Ich konnte ungedeckte Calls schreiben. Am Tag, als ich die Calls schrieb, schloß der Futures bei 2086; die Calls hatten eine Restlaufzeit von 35 Tagen. Ich schrieb die 2150er-Calls. Zu der Zeit erhielt ich 0,11 Punkte oder 110 $ pro Option. Zur Zeit des letzten Stabes, den Sie auf dem Chart sehen können, wurden diese Calls für 0,01 Punkte gehandelt. Mit zwei Tagen Restlaufzeit sind sie praktisch wertlos.

Nun, das war sehr einfach. Sofern die Futurespreise an oder unter 2150 notierten, würden die Calls verfallen und ich könnte die Prämie behalten. Aber was wäre, wenn etwas schief liefe? Was wäre, wenn die Preise plötzlich stiegen oder angefangen hätten, in Richtung 2150 zu tendieren? Was wäre dann zu tun? Wie würde ich meine ungedeckten Calls verteidigen?

Falls die Preise anfangen würden zu steigen, dann könnte ich eine Reihe von Maßnahmen treffen:

    1. Ich könnte im Futuresmarkt long gehen und dadurch den Call decken. Für jeden geschriebenen Call würde ich einen Futureskontrakt kaufen. Mit dem Einstieg in eine Futuresposition könnte ich den Call mehr als decken. Wie Sie wissen, würden die Calls bei einem Futurespreis von 2150 ungefähr die Hälfte der Bewegung des Bezugsobjektes mitmachen.

Die Optionsprämien wären im Zuge der steigenden Futurespreise stetig gestiegen, aber bis zu der Zeit, wenn die Calls tief im-Geld liegen und sich praktisch Dollar für Dollar mit den Futures bewegen, hätte ich mit dem Futures mehr verdient als mit dem Call verloren. Dies bedeutet, daß ich warten kann, bis der Futures 2150 erreicht hat, bevor ich tatsächlich in den Markt einsteige. Aber es ist sicherer, eine Long-Position im Futuresmarkt zu etablieren, bevor der Basispreis des Calls erreicht wurde. Auf diese Weise wäre ich schon long im Futuresmarkt, falls die Notierungen des Futures mit einer Notierungslücke das Niveau von 2150 durchbrechen, wodurch meine geschriebenen Optionen tief ins-Geld geraten würden.

    2. Ich hätte aus-dem-Geld liegende Puts schreiben können, die über ausreichend Prämie verfügen. Damit hätte ich die Verluste der geschriebenen Calls ausgleichen können, deren Prämien im Zuge der steigenden Futures anzogen. Dadurch wäre aus meiner ungedeckten Call-Position ein Short-Strangle geworden. Ein Short-Strangle bedeutet, daß man Puts und Calls geschrieben hat, die aus-dem-Geld liegen.

    3. Ich hätte die geschriebenen Calls wechseln können. Beispielsweise hätte ich, falls die Futurespreise das Niveau von 2100 erreichen, meine 2150er-Calls zurückkaufen und doppelt so viele 2200er-Calls schreiben können, wodurch ich sogar noch mehr Prämien eingenommen hätte. Bei einem solchen Schritt wären meine neuen Calls zwar nach wie vor ungedeckt gewesen, aber die neuen Optionen würden immer noch aus-dem-Geld liegen, während der Verfall des Zeitwerts für mich arbeitet.

    4. Ich hätte eine Kombination von zwei der oben genannten Strategien oder sogar von allen drei Strategien durchführen können. Wenn ich sehr davon überzeugt gewesen wäre, daß sich die Futurespreise wesentlich höher bewegen würden, dann hätte ich die 2150er-Calls zurückkaufen und 2150er-Puts schreiben können. Mit den Jahren habe ich gelernt, daß es Zeit wird, die Position zu drehen, wenn ich weiß, daß ich falsch liege!

Die Tabelle in Bild 74 zeigt ein Optionsmodell, mit dem ich einige Planspiele durchführen werde. Ich achte dabei nur auf die theoretischen Werte.

Die tatsächlichen Preise, der in dem Modell gezeigten Optionen, werden nicht korrekt sein, aber in diesem Markt haben sich die theoretischen Werte während der Periode, die auf den Tag 25 der Schiebezone folgte, beständig sehr nahe an den tatsächlichen Preisen gehalten.

Ich werde mit der Annahme arbeiten, daß die Futurespreise erst 2100 und dann 2150 erreichen. Desweiteren werde ich davon ausgehen, daß die Preise das Niveau von 2100 fünf Kalendertage und das Niveau von 2150 zehn Tage nach dem Schreiben der Calls erreichen.

Szenario A:

Als die Futurespreise 2100 erreichten, hatten die 2150er Calls eine Restlaufzeit von 33 Tagen und wurden mit 0,22 Punkten oder 220 $ bewertet. Da ich anfänglich für diese Calls 110 $ erhalten hatte, bin ich jetzt 110 $ im Verlust. An diesem Punkt hätte ich den Verlust zuzüglich Kosten realisieren und den Markt verlassen können.

Aber da es mir nicht gefällt zu verlieren, werde ich genügend Calls zu einem höheren Basispreis schreiben, wodurch meinem Konto ein zusätzlicher Betrag für das eingegangene Risiko gutgeschrieben wird. Falls ich mich dazu entschließe, die 2200er-Calls zu schreiben, dann wird die gesamte Transaktion folgendermaßen aussehen: Ich kaufe die 2150er-Calls für 220 $ pro Call zurück. Ursprünglich hatte ich für jeden Call 110 $ erhalten. Für jeden geschriebenen Call blicke ich jetzt auf einen Verlust von 110 $. Ich schreibe für jeden ursprünglich geschriebenen 2150er-Call, für die ich 110 $ an Prämie einnahm, zwei 2200er-Calls. Für jeden 2200er-Call werden meinem Konto 100 $ (gesamt 200 $) gutgeschrieben. Mit dieser Strategie erhalte ich jedoch für das weiter eingegangene Risiko keinen zusätzlichen Betrag gutgeschrieben.

Bild 74

Szenario B:

Wenn ich ausreichend Margin in meinem Handelskonto habe, dann kann ich mir überlegen, ob ich für jeden Call, den ich ursprünglich für 110 $ schrieb, drei 2200er-Calls für je 100 $ (gesamt 300 $) schreibe. Bei dieser Strategie wird meinem Handelskonto ein Prämienüberschuß gutgeschrieben.

Szenario C:

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, die ich berücksichtigen kann. Ich könnte versuchen, zusammen mit den Calls einige Puts zu schreiben, wodurch ein Strangle entstehen würde. Das Optionsmodell zeigt, daß ich für jeden 2050er-Puts, den ich schreibe, 0,21 Punkte (210 $) erhalten würde. Ich kann entweder drei 2200er-Callls schreiben, wodurch meinem Konto ein überschuß gutgeschrieben wird (Szenario B), oder ich kann einen 2200er-Call und einen 2050er-Put schreiben (Szenario C). Mit der letztgenannten Strategie werden meinem Konto 310 $ gutgeschrieben. Dieser Betrag ist mehr als ausreichend, um die geschriebenen Calls zurückzukaufen. Natürlich sind bei diesen Szenarien die Kosten nicht berücksichtigt. Bei 20 $ Kommissionen kann ich nur einen kleinen Gewinn machen. Ich nahm insgesamt 420 $ (110 $ + 310 $) an Prämien ein und hatte Ausgaben von 220 $ für den zurückgekauften Call. Das ergibt einen Bruttogewinn von 200 $. Abzüglich 60 $ Kommissionen bleibt ein Nettogewinn von nur 140 $. Das schlechte Ergebnis dieses Szenarios zeigt, warum ich nicht gerne relativ niedrig bewertete Optionen schreibe. Ein andere Möglichkeit wäre, in die 2200er-Juli-Calls zu wechseln, für die ich 230 $ erhalten würde, da mehr Zeitwert geschrieben wird. Ich könnte auch in einen Juli-Strangle wechseln, indem ich 2200er-Calls und 2050er-Puts schreibe, aber ein solcher Schritt ist sehr gefährlich. Die lange Restlaufzeit der Optionen birgt die Gefahr, daß sich der Markt gegen mich entwickelt. Sie können die theoretischen Werte in der Matrix in Bild 74 sehen.

 

16.3 Fandangle

Als nächstes werde ich beides versuchen - einen Strangle zu etablieren und in den Futures long zu gehen, falls die Notierungen 2150 erreichen. Da es für diese Taktik keinen Namen gab, habe ich sie einen Hausse-Fandangle genannt. Erfahrene Options-Trader werden merken, daß sich diese Position sehr ähnlich wie ein Short-Put verhält und ähnliche Gewinn/Verlust-Charakteristiken aufweist. Würde ich einen Strangle etablieren und in den Futures short gehen, dann wäre ich einen Baisse-Fandangle eingegangen, der einen sehr ähnlichen Einfluß auf mein Konto hat wie ein Short-Call.

Da sich der Markt in Wirklichkeit nicht so entwickelt hatte, habe ich wieder einen Chart konstruiert, um Ihnen zu zeigen, wie der Markt bei 2150 ausgesehen haben könnte. Die Konstruktion eines solchen Charts geht mit einem der Zwecke dieses Buches einher, da ich auch zeigen möchte, was ich mit Optionen mache, wenn ein Markt ein bestimmtes Chartmuster entwickelt.

Bild 75

Als ich das erste Mal am 6. April (Bild 75, „Schreiben von Calls) in diesen Markt einstieg, waren meine Gefühle sehr neutral. Da sich die Preise in einer Konsolidierung befanden, ging ich davon aus, daß sich der Markt weiter seitwärts innerhalb der Schiebezone bewegen würde. Dann, als sich die Preise am Top der Schiebezone befanden, schrieb ich einen Call.

Ich werde davon ausgehen, daß ich anfangen würde, diesen Markt etwas positiver zu sehen, wenn die Preise 2100 erreichen, und als sie bis auf 2150 gestiegen waren, wäre meine Einschätzung zu dem Markt so optimistisch, daß ich mit Futures long ginge. Die Leser, die mein Buch Futures-Trading kennen, werden bemerkt haben, daß dann ein Ausbruch aus einer Schiebezone vorläge - ein sehr hausseträchtiges Signal!

Ich werde auch davon ausgehen, daß ich dem Szenario C gefolgt wäre und einen 2200er-Call und einen 2050er-Put geschrieben hätte, als die Preise 2100 erreichten. Dadurch wären meinem Konto 310 $ gutgeschrieben worden, ein Betrag, der für die 2150er-Calls ausreichen würde, die ich an dem Punkt zurückkaufen mußte. Ich stehe dem Markt sehr positiv gegenüber, als die Notierungen 2150 erreichen, und deshalb gehe ich in den Futures long, indem ich auf eine angemessene Einstiegstechnik zurückgreife.

Zu dem Zeitpunkt haben die geschriebenen Optionen noch eine Restlaufzeit von 33 Tagen, und auch wenn die Futurespreise gestiegen sind, ist der Wert der Optionen nicht höher als zu dem Zeitpunkt, als ich sie schrieb. Der Zeitverfall hat zu meinem Vorteil gearbeitet. Meine aktuelle Situation sieht jetzt so aus: Short einen 2200er-Call, Short einen 2050er-Put, Long im Futuresmarkt bei 2150.

Von diesem Punkt ausgehend können drei Dinge passieren:

    1. Die Futurespreise steigen bis 2200: Am Verfalltermin schließe ich meine Futuresposition bei 2200. Da ich seit 2150 long gewesen bin, realisiere ich zusätzlich zu den 310 $, die ich als Optionsprämien erhalten habe, einen Gewinn von 500 $. Der Gesamtgewinn dieses Trades beträgt dann 810 $.

    2. Die Futurespreise bleiben in dem Bereich zwischen 2200 und 2050: Ich kann die Optionsprämien von 310 $ behalten. Mit meiner Futuresposition, die ich anfänglich bei 2150 eröffnete, könnte ich einen Netto-Gewinn oder -Verlust realisieren. Normalerweise werde ich in einer Futuresposition nicht einen Verlust riskieren, der über den Betrag der Optionsprämien, den ich ursprünglich erhielt, hinausgeht.

    3. Die Futurespreise fallen unter 2050: Ich würde in große Schwierigkeiten geraten. Aber wie ich gerade beschrieben habe, werde ich es im allgemeinen nicht zulassen, daß die Verluste über die Summe der erhaltenen Optionsprämien hinausgehen. Falls ich immer noch long im Futuresmarkt wäre, müßte ich meine Longposition in eine Shortposition drehen, um den 2050er-Put zu decken. Ich würde mit der Longposition im Futuresmarkt einen Verlust von 1.000 $ erleiden, den ich aber durch das Schreiben von zusätzlichen Optionen teilweise ausgleichen könnte. Ich würde immer noch über die ursprünglichen Optionsprämien von 310 $ verfügen.

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